Neuer Ford Mondeo mit autonomer Fahrtechnik

2013 stellte Ford seine ersten autonom fahrenden Forschungsfahrzeuge vor. Nun folgt ein verbesserter Prototyp, der wie sein Vorgänger auf dem Fusion Hybrid (der hierzulande Mondeo heißt) basiert. Zu den Verbesserungen gegenüber dem alten Forschungsträger gehören schlankere LiDAR-Sensoren (Light Detection And Ranging), von denen nun nur noch zwei statt vier erforderlich sind. Verbessert wurde auch die Rechenleistung des Computers im Kofferraum.

LiDAR, Kameras und Radar
Die beiden LiDAR-Sensoren haben die Größe von Eishockey-Pucks und befinden sich an den A-Säulen des Fusion. Sie erzeugen ein Strahlengitter um das Auto herum und scannen so eine Fläche von etwa zwei Fußballfeldern. Dabei erfassen sie nicht nur Position, sondern auch Größe und Form von Objekten. Zusätzlich gibt es drei Kameras, die in einer Art Dachreling platziert sind, und eine an der Windschutzscheibe. Damit wird unter anderem erkannt, ob eine Ampel rot oder grün zeigt. Außerdem hat das Auto Radarsensoren, sie auch bei schlechter Sicht (wenn die Kameras fast blind sind) noch Daten liefern.

Der Hybrid-Ansatz von Ford
Der Computer im Kofferraum bietet die Rechenleistung mehrerer High-End-PCs und verarbeitet pro Stunde eine Datenmenge von einem Terabyte. Eine von Ford selbst entwickelte Software erzeugt daraus ein Modell der Umgebung. Dabei werden zwei Arten der Umgebungswahrnehmung zusammengeführt: vermittelte und direkte Wahrnehmung. Erstere vergleicht die Sensordaten mit dem hochauflösenden Kartenmaterial und kann sich so selbst lokalisieren. Da in den Navigationsdaten auch statische Umgebungsfaktoren wie Ampeln, Stoppschilder und Fußgängerüberwege verzeichnet sind, können auch diese statischen Objekte berücksichtigt werden. Mehr Rechenleistung erfordert die direkte Wahrnehmung. Denn dabei müssen die dynamischen Objekte in der Umgebung – wie Fußgänger, Radfahrer oder andere Autos – erkannt und ihre Bewegung vorausberechnet werden. Auch Gesten wie die Handzeichen eines Polizisten werden interpretiert.

Autonome Ford-Fahrzeuge ab 2021
Um den Strom für die ganze Zusatztechnik bereitzustellen, zapfen die Ingenieure die Hochvolt-Batterie des Fusion Hybrid an. Da die dort gespeicherte Energiemenge nicht ausreicht, sollen künftige autonome Autos zusätzlich einen Stromgenerator an Bord haben. An derlei Herausforderungen wird Ford in den nächsten Jahren arbeiten. Ab 2021 wollen die Amerikaner dann autonome Autos in Großserie produzieren. Allerdings noch nicht für den normalen Autofahrer, sondern für Mobilitätsdienstleistungen wie Ride Sharing und Ride Hailing. Diese Autos werden dann auch nicht mehr über Lenkräder und Pedale verfügen. Im Jahr 2017 verdreifacht Ford erstmal seine autonome Testflotte in den USA – von derzeit 30 auf etwa 90 Fahrzeuge. Auch in Europa will Ford den Erprobungsbetrieb 2017 aufnehmen.

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