Erst etwa 9.000 Förderanträge für E-Autos und Plug-in-Hybride eingegangen

Was für eine Blamage: Im September 2016 beschloss der Bundestag die Elektroprämie. Nach 400.000 geförderten Autos sollte Schluss sein, es gelte das Windhundverfahren: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Nun stellt sich heraus, dass die Windhunde keine Lust haben zu rennen. Das zuständige Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gab jetzt bekannt, dass mit Stand 1. Januar 2017 gerade mal 9.023 Anträge eingegangen sind.

Am beliebtesten sind BMW i3 und Renault Zoe
Von den Anträgen beziehen sich 57 Prozent auf Elektroautos, der Rest auf Plug-in-Hybride. Mit 1.567 Anträgen am beliebtesten ist der BMW i3, gefolgt vom Renault Zoe (1.575 Anträge) und dem Audi A3 e-tron (1.188 Anträge). Bei den Herstellern liegen BMW, Renault und Audi vorne, VW als größter Autohersteller Deutschlands folgt erst auf Rang vier. Die meisten Anträge wurden in den ,reichen" Bundesländern Bayern (2.232 Anträge) und Baden-Württemberg (1.743 Anträge) gestellt, in denen auch Audi, BMW und Mercedes ihren Sitz haben. Etwa die Hälfte der Antragsteller sind Privatpersonen, die andere Hälfte sind Unternehmen.

Hohe Kosten und geringe Reichweite
Die insgesamt geringe Nachfrage dürfte auf die immer noch ungenügende Lade-Infrastruktur, die oft noch geringe Reichweite und die hohen Preise der Fahrzeuge zurückzuführen sein: Ein VW e-Up zum Beispiel kostet 26.900 Euro, während es den leistungsmäßig vergleichbaren VW Up 1.0 TSI schon ab 12.350 Euro gibt – das Elektromodell ist also über doppelt so teuer. Bei diesem Preisunterschied helfen dann auch die Elektroprämie und die geringeren Fahrtkosten wenig.

Auch Tesla Model S und Hyundai ix35 Fuel Cell
Die Kaufprämie von 4.000 Euro für Elektroautos und 3.000 Euro für Plug-in-Hybrid-Fahrzeuge wird von Bundesregierung und Hersteller gemeinsam finanziert. Luxusautos jenseits von 60.000 Euro Neupreis wie der Tesla Model S, der BMW i8 oder der Audi Q7 e-tron kommen nicht in den Genuss der Prämie. Dass das Basismodell des Model S (69.019 Euro) dennoch gefördert wird, liegt an einem Trick: Tesla hat einige Ausstattungen in ein Extra-Paket verschoben, so dass der Neupreis unter 60.000 Euro sank. Auch das eigentlich mindestens 65.450 Euro teure Brennstoffzellenfahrzeug Hyundai ix35 Fuel Cell kann gefördert werden. Insgesamt umfasst die BAFA-Liste der förderfähigen Fahrzeuge 100 Positionen, wobei aber auch verschiedene Ausstattungen mitgezählt werden. So macht allein der Stadtlieferwagen Nissan e-NV200 schon 15 Positionen aus. Die Prämie wird bis Juni 2019 gewährt, wenn der Fördertopf nicht vorher leer ist – was aber kaum zu erwarten ist, wenn es so weiter geht wie bisher.

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