Dreifachsieg für den Peugeot 3008 DKR

Sie ist die härteste Rallye der Welt: die Dakar. Und ein Mann scheint nicht genug von ihr zu bekommen. Rekordsieger Stéphane Peterhansel konnte den Wüsten-Marathon nun bereits zum 13. Mal für sich entscheiden. Bei seinem siebten Erfolg im Auto musste sich Peterhansel allerdings bis zum letzten Meter den Angriffen eines weiteren Rekordhalters erwehren. Wir fassen die Rallye Dakar 2017 (2. bis 14. Januar) für Sie zusammen.

Peugeot gegen Toyota und Mini
Schon vor dem Start in Buenos Aires war klar: Der Sieg bei der 39. Rallye Dakar führt wohl nur über einen der vier neuen Peugeot 3008 DKR. Mit einem Fahreraufgebot, das voll mit Dakar-Siegern und Rallye-Weltmeistern war, hatten die Franzosen zusätzlich zum besten Auto auch hinter dem Lenkrad nicht gespart. Neben Stéphane Peterhansel gingen der Ex-Dakar-Motorrad-Sieger Cyril Despres sowie die beiden Rallye-Experten Sébastien Loeb und Carlos Sainz für Peugeot an den Start. Toyota hatte mit Nani Roma und Nasser Al-Attiyah ebenfalls ein paar heiße Eisen im Feuer. Für Mini ging unter anderem Ex-Rallye-Profi Mikko Hirvonen an den Start. Die Dakar startete und endete in Buenos Aires. Insgesamt 9.000 Kilometer fuhren die Teilnehmer durch Argentinien, Bolivien und Paraguay.

Loeb gegen Peterhansel
Als klarer Favorit rollte Stéphane Peterhansel über die Startrampe der argentinischen Hauptstadt. Doch für die erste Bestzeit sorgte Nasser Al-Attiyah im Toyota. Unglücklicherweise musste der Saudi – ebenso wie Carlos Sainz – im weiteren Verlauf der Rallye nach einem Unfall aufgeben. Je weiter der Wettkampf fortschritt, desto klarer wurde das Duell an der Spitze: Sébastien Loeb war schneller als Peterhansel, verlor allerdings immer wieder Zeit durch Navigationsfehler und kleinere technische Defekte. Wüstenfuchs Peterhansel fuhr außerdem eine clevere Strategie und konnte sicherer durch Südamerika navigieren. ,Sébastien hat uns alles abverlangt, wir mussten jeden Tag an unser Limit gehen. Aber auch dank meines Beifahrers habe ich weniger Fehler gemacht", fasste Peterhansel seinen Sieg zusammen. Loeb blieb nur übrig, seinem Markenkollegen zu gratulieren: ,Glückwunsch an Stéphane. Seine Erfahrung hat gesiegt, auch wenn wir schneller waren".

Regen führte zu Chaos
Die 2017er-Ausgabe der Dakar sollte laut den Veranstaltern wieder eine härtere Nuss werden, nachdem sich 2016 einige Teams über die ,leichten" Prüfungen beschwert hatten. Und die Organisatoren behielten Recht: Mit einem stark gekürzten Roadbook und schwieriger zu findenden Wegpunkten brachten sie viele Teilnehmer in die Bredouille. Auch das Wetter trug seinen Teil zur Dakar 2017 bei: Extremste Regenfälle führten zu großen Überschwemmungen und mehreren abgesagten Wertungsprüfungen. Auch, weil die Organisatoren sich entschieden, die mitreisenden Rettungskräfte den Einheimischen zur Verfügung zu stellen, die sehr unter den Wassermassen litten. Teilweise stand das ,Biwak" genannte mobile Fahrerlager mehr als knöcheltief unter Wasser – und das bei Temperaturen, die nachts nur knapp über dem Gefrierpunkt lagen. Doch nicht nur die schwierigen Strecken und das viele Wasser sorgten für Probleme, einige Fahrer taten sich auch mit den teilweise extremen Höhen und dem geringen Sauerstoff-Anteil auf über 4.000 Metern sehr schwer.

Die Bestplatzierten
Am Ende gab es aber dennoch genügend Zeit, für ein zünftiges Duell von Peterhansel gegen Loeb. Dauersieger Peterhansel konnte – auch ,dank" eines Reifenschadens am Peugeot von Loeb – schließlich seinen 13. Sieg bei der Dakar feiern, sieben davon im Auto und sechs auf dem Motorrad. Auf Rang Drei landete Cyrils Despres im Peugeot, der den Dreifachsieg für die Franzosen perfekt machte. Peugeot setzte als einziges Team auf einen leichten Buggy mit Heckantrieb, während alle anderen Marken auf schwere Allradler vertrauten. Alles andere als ein deutlicher Peugeot-Erfolg wäre eine große Überraschung gewesen, da es sich um einen lupenreinen Werkseinsatz handelte. Der vierte Platz ging an Nani Roma im Toyota, einen respektablen achten Platz fuhr Le-Mans-Sieger Romain Dumas mit seinem privat eingesetzten Peugeot 2008 DKR ein. Bester Deutscher war Beifahrer Dirk von Zitzewitz, der seinen Chauffeur Giniel de Villers im Toyota auf Platz Fünf navigierte. Rallye-, Sportwagen- und Bergrenn-Sieger Loeb muss also weiterhin auf seinen ersten Dakar-Sieg warten. Wir freuen uns schon auf die 40. Ausgabe im Jahr 2018!

Lesen Sie auch:

Gallery: Peterhansel gewinnt die Rallye Dakar