Tesla-Rennserie startet 2017

Da haben wir uns erst gerade so an die Elektro-Rennserie Formel E gewöhnt und schon kommt die nächste Meisterschaft, die völlig auf Benzin, Abgase und Motorensound verzichtet. Anders als bei den Monoposto-Rennern der Formel E kommen allerdings GT-Fahrzeuge auf Basis des Model S von Tesla zum Einsatz. Wir haben die Informationen zur ersten Saison der Electric GT.

Elf Rennen in 2017
Die Meisterschaft wird im Premierenjahr acht Rennwochenenden in Europa austragen. Gefahren wird dabei ab August 2017 unter anderem am Nürburgring, in Barcelona, in Donnington und in Assen. Nach der eigentlichen Saison stehen außerdem drei Rennen in Amerika auf dem Plan, die allerdings nicht zur Meisterschaft gezählt werden. Das Besondere: Die Electric-GT-Meisterschaft tritt nicht im Rahmenprogramm einer anderen Rennserie auf, sondern organisiert eigene Events mit dem zur E-Mobilität passenden Drumherum. Jedes Wochenende sieht ein Training, ein Qualifying sowie zwei Rennen mit jeweils 60 Kilometer Renn-Distanz vor. Auf dem Nürburgring wären das je nach Streckenvariante also lediglich zwischen zwölf und 14 Runden – mehr gibt die Batterie-Kapazität der Fahrzeuge noch nicht her.

Interessante Features
Dank baugleichen Autos verspricht aber auch eine kurze Distanz spannende Rennen. Vor allem, da die Autos in Echtzeit alle Fahr-Daten in eine App laden, in der die Zuschauer dann live das Rennen und die Fahrt ihrer Favoriten verfolgen können – ein absolutes Novum im Motorsport. Wenn die Fahrt den Fans dann gefällt, können sie dem Fahrer ein ,Like" direkt ins Auto schicken, das dann auf dem zentralen Display erscheint. Hat der Fahrer einen Moment Zeit, kann er mit einem Wisch das Like an die Fans zurückgeben. Klingt komisch, soll aber funktionieren.

Die Technik der Renner
Als Fahrzeuge werden 20 Tesla Model S P100D zum Einsatz kommen. Zehn Teams kümmern sich um Aufbau, Einsatz und Wartung der Autos. Dank diverser Gewichtsreduzierungen konnte die Limousine im Renn-Trimm rund 500 Kilogramm abspecken und soll nur noch rund 1.500 Kilogramm wiegen. So sinkt die 0-100-Zeit des Renn-Tesla auf sagenhafte 2,1 Sekunden. Das schaffen sonst nur die deutlich leichteren Fahrzeuge in der Rallyecross-Weltmeisterschaft. Für die Sicherheit der Tesla-Renner sorgt eine eingeschweißte Überrollzelle. Der Fahrer sitzt wie im professionellen Motorsport üblich in einem Vollschalensitz und wird von Hosenträgergurten fixiert. Ein abnehmbares Lenkrad ist ebenso an Bord wie eine Feuerlöschanlage. Neben dem Gewicht wurden außerdem die Aerodynamik, die Bremsen, die Lenkung und das Fahrwerk überarbeitet, um einen Rennstrecken-Einsatz zu ermöglichen. Die profillosen Slick-Reifen stammen von Pirelli.

Strom in der Box
Um die 20 E-Renner nach ihren Ausfahrten schnell wieder aufladen zu können, sind die Planer der Meisterschaft eine Kooperation mit dem Energie-Dienstleister Magnum Cap eingegangen. Das Unternehmen stellt an jedem Renn-Wochenende 20 Schnellladestationen bereit, mit denen die Model S in kürzester Zeit wieder bereit sein sollen.

Einige Promis am Start
Auch einige der 20 – von den Organisatoren ,Electric Heroes" genannten – Fahrer stehen bereits fest. Zu den prominentesten Sportlern gehören Tourenwagen-Spezialist Tom Coronel und Le-Mans-Profi Oliver Webb. Und falls Sie jetzt Blut geleckt haben: Einige Plätze sind laut den Organisatoren noch frei. Die Kosten für ein Team mit zwei Autos soll bei rund 900.000 Euro liegen – exklusive Ersatzteile, Reifen und Transport. Immerhin kann man sich das Benzin sparen.

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