Das größte SUV der Marke legt bald mächtig zu

Müssen SUVs immer größer werden? Wenn es nach uns ginge, würden Kinder nicht mit fünf Meter Auto zum Kindergarten gebracht werden. Andererseits müssen die Hersteller global denken: China denkt prunkvoll, Europa eher pragmatisch und in den USA zählt viel Blech. Mit dem kommenden Touareg wagt VW den Spagat: Er soll hierzulande zum Phaeton-Ersatz und Oberklasse-SUV der Marke werden.

China im Blick
Allerdings hat VW beim neuen Touareg auch China im Blick, weshalb im Frühjahr 2016 die Studie T-Prime Concept GTE in Peking einen Ausblick auf das Serienmodell gab. Unter der Karosserie befand sich ein Plug-in-Hybrid mit 381 PS Systemleistung und Zweiliter-Turbobenziner. Ihn wird man außerhalb Europas im kommenden Touareg wiedersehen. Aufschlussreicher sind die Abmessungen: 5,07 Meter Länge, zwei Meter Breite und eine Höhe von 1,71 Meter.

Mächtig zugelegt
Doch der gewaltige Zuwachs von über 20 Zentimetern gegenüber dem aktuellen Touareg scheint von VW so gewollt zu sein. Dafür gibt es mehrere Gründe: In China wird der Touareg damit zum SUV-Ableger des nur dort angebotenen, 5,05 Meter langen Limousine Phideon. Sie basiert ebenso wie etwa der Audi Q7 auf dem modularen Längsbaukasten (MLB), welcher die Grundlage für den nächsten Touareg bildet. Dadurch kann VW nicht nur Kosten, sondern auch Gewicht einsparen, auch wenn wohl trotzdem zwei Tonnen auf der Waage stehen werden.

Ein Audi Q7 für Arme?
Weitere Gründe sind der nur für die USA konzipierte Atlas, der 5,04 Meter lang ist: Hier möchte man Kunden in anderen Ländern eine gleichwertige Alternative bieten, die ebenfalls drei Sitzreihen aufweist. Für den europäischen Markt könnte ein Fünf-Meter-Touareg doppelt sinnvoll sein: Einerseits wird so ein klarer Respektabstand zum 4,70 Meter langen VW Tiguan Allspace geschaffen, zum anderen schlüpft das extragroße SUV in die Lücke des Phaeton. Etwas flapsig formuliert: Der Allspace ist das Dreireihen-SUV fürs Volk, der neue Touareg ein Audi Q7 für Rechner.

Premiere schon im April 2017?
Damit würden die Motoren feststehen, mit denen VW auf dem Wachstumsmarkt der sogenannten C-SUV reüssieren will. Starke Benziner für China, in Europa hingegen V6-Diesel mit 218 und 272 PS, sowie der Diesel-Plug-in-Hybrid mit 373 PS Systemleistung. Wann wissen wir mehr? Womöglich schon Ende April 2017 zur Automesse in Shanghai. Einen Trost gibt es für alle, denen riesige SUVs ein Graus sind: VW will in naher Zukunft auch Crossover-Modelle unterhalb des Tiguan auf Golf- und Polo-Basis bringen.

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