So kommt das Audi RS 3 Facelift

Als Fan sportlicher Autos wissen Sie: Die Hersteller nehmen den Kampf um die PS-Vorherrschaft überaus ernst. Womöglich ein bisschen zu ernst. Aber der Enthusiast profitiert und freut sich über immer größere Leistungsdaten und immer absurdere Beschleunigungszeiten. Jüngstes Beispiel: Der PS-Krieg im Kompaktsport-Segment, der nun im 400 PS starken Audi RS 3 Sportback 2017 gipfelt. Ja, richtig gelesen: 400 PS. In einem A3. Die Welt ist ein verrückter Ort.

In 4,1 Sekunden auf 100 km/h
Passiert ist das natürlich ausschließlich, um den im letzten Jahr auf 381 PS erstarkten Mercedes-AMG A 45 wieder vom Leistungsthron zu stoßen. Dafür packt Audi den neuen 2,5-Liter-Fünfzylinder-Turbo aus dem TT RS in den RS-3-Bug. Der stärkste Serien-Fünfzylinder der Welt leistet 400 PS und 480 Newtonmeter. Das sind 33 PS und 15 Newtonmeter mehr als bisher. Fast noch besser allerdings: Der neue Motor wiegt 26 Kilo weniger als der alte, was man bei der doch recht ausgeprägten Frontlastigkeit und Untersteuerneigung des RS 3 nur begrüßen kann. Die 0-100-km/h-Zeit fällt von 4,3 auf nunmehr 4,1 Sekunden. Damit schiebt man sich auch hier wieder vor den A 45, der 4,2 Sekunden benötigt. Am Stammtisch ist sowas überlebenswichtig. Genau wie die Höchstgeschwindigkeit, die Audi auf Wunsch von 250 auf 280 km/h anhebt.

370-Millimeter-Bremse
Wie bisher geht die ganze Kraft über eine Siebengang-Doppelkupplung an alle vier Räder. Eine elektrohydraulische Lammellenkupplung verteilt die gewaltigen Mengen variabel zwischen Vorder- und Hinterachse. Audis Fahrdynamiksystem Drive Select, mit dem man Lenkung, Motormanagement, Klappenauspuff und die optionalen adaptiven Dämpfer in vier Modi beeinflussen kann, ist Serie. Genau wie 19-Zöller mit 235er-Reifen und eine Bremsanlage mit 370-Millimeter-Scheiben vorne und 310-Millimeter-Scheiben hinten. Optional bietet Audi auch eine Keramik-Bremse an.

Front leicht retuschiert
Optisch tut sich beim RS-3-Facelift eher wenig. Der Kenner enttarnt natürlich sofort den geänderten Single-Frame-Grill sowie das neue Blade in der Frontschürze, an dessen Ende zwei aufrechte Trichter für mehr Aha-Effekt sorgen. Sonst bleibt alles wie es vorher schon war. LED-Scheinwerfer sind beim RS 3 Sportback Serie, Audis schlaues Matrix-LED-Licht gibt es gegen Aufpreis. Innen hält nun auch im RS 3 Audis großartiges Virtual Cockpit mit digitalem 12,3-Zoll-Instrumenten-Display Einzug. Apple CarPlay und Android Auto sind ebenfalls dabei. Weiterhin entsendet der große Konzernbaukasten den neuen Stauassistenten, der bis 65 km/h Abstand hält und lenkt sowie den Notfallassistenten, der das Auto im Bedarfsfall selbsttätig stoppt. Viel wichtiger ist aber. Das unten abgeflachte Sport-Lenkrad hat die Alcantara-Einsätze nun endlich nicht mehr an den völlig falschen Stellen. Jetzt sind sie dort, wo man tatsächlich auch hingreift (sprich: bei drei und neun Uhr).

Ab 54.600 Euro
Erstmals öffentlich gezeigt wird der modellgepflegte Audi RS 3 Sportback auf dem Genfer Autosalon 2017 (9. bis 19. März). Bestellbar ist er dann – wie die auf dem Pariser Salon 2016 gezeigte RS 3 Limousine – ab April 2017. Der Marktstart ist für den August diesen Jahres vorgesehen. Der Preis für den RS 3 Sportback steigt von 52.700 auf 54.600 Euro. Die RS 3 Limousine ist ab 55.900 Euro zu haben. Zum Vergleich: Der Mercedes-AMG A 45 kostet mindestens 51.170 Euro.

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