Ford Fiesta ST 2018 debütiert in Genf

Er mag nicht so viel anders aussehen als das Auto, das er ersetzt. Aber wenn der komplett neu entwickelte Ford Fiesta ST 2018 sein Debüt auf dem Genfer Autosalon (9. bis 19. März 2017) gibt, werden sich die Fans des derzeit besten Mini-Sportlers auf einige tiefgreifende Veränderungen einstellen müssen. Der noch aktuelle Fiesta ST ist ein extrem unterhaltsames und eher einfach gestricktes Spaßgerät. Sein Nachfolger schlägt in vielerlei Hinsicht einen komplett anderen Weg ein.

Erstes Hot-Hatch mit Dreizylinder
Für das offensichtlichste Anzeichen genügt ein Blick unter die Haube: Auf Wiedersehen 1,6-Liter-Vierzylinder-Turbo, herzlich Willkommen 1,5-Liter-Dreizylinder-Turbo. Jawohl, ein Dreizylinder. Und was für einer: Das flammneue EcoBoost-Aggregat entwickelt 200 PS und 290 Newtonmeter. Uns fällt kein Serien-Dreizylinder ein, der jemals stärker war. Von 0-100 km/h geht es in 6,7 Sekunden, Leistung und Beschleunigung sind also identisch zu den Werten im aktuellen Fiesta ST200. Und als ob das noch nicht reichen würde, verfügt der neue Motor auch noch über eine Zylinderabschaltung. Wenn nur geringe Leistung abgerufen wird, läuft der neue Fiesta ST also auf zwei Zylindern. Das An- und Abschalten soll in 14 Millisekunden über die Bühne gehen und die Performance nicht beeinflussen. Den CO2-Ausstoß gibt Ford auch dank weitererer schlauer Spritspar-Lösungen wie Saugrohr- und Direkteinspritzung oder einer variablen Nockenwellensteuerung vorläufig mit 114 g/km an.

Neue Fahrmodi
Bei soviel Motor-Neuerung wirkt es fast beruhigend, dass der neue Fiesta ST nach wie vor über Frontantrieb und ein manuelles Sechsgang-Getriebe verfügt. Anstatt eines simplen ESP-Knopfs mit Sportprogramm wie im auslaufenden Modell, gibt es im neuen ST allerdings eine ganze Reihe an Fahrmodi. Sprich: Lenkung, Motor und Stabilitätskontrolle reagieren künftig auf die Programme Normal, Sport und Track. Sogar der Sound ist auf diese Weise trimmbar. Ford hat sich dafür eine aktive Sportabgasanlage sowie eine Spielerei namens ,Electronic Sound Enhancement" einfallen lassen. Und wenn Sie als Purist gerade so richtig schön in Rage sind, dann überlesen Sie jetzt bitte einfach die Torque-Vectoring-Funktion und die serienmäßigen 18-Zöller.

Innen vielfältiger
Innen verspricht Ford ein deutlich größeres Angebot zur Individualisierung, als das bisher der Fall war. Mehrere Stylingpakete sind genauso dabei wie zahlreiche Lackierungen, zu denen auch das hier gezeigte ,Liquid Blue" gehört. Die fesselnden Recaro-Sitze hat man zum Glück beibehalten. Hat man sich in selbige hineingezwängt, fällt der Blick nun jedoch auf einen großen Touchscreen mit Sync3-Infotainmentsystem und einer Bang&Olufsen-Hifi-Anlage.

Ab Anfang 2018
Sie sehen schon, gegenüber dem beinahe asketischen Vorgänger ist dieser neue Fiesta ST ein deutlich breiter aufgestelltes Fahrzeug. Ford sieht es ähnlich und sagt: "Mit unseren ST-Modellen machen wir die Faszination und den Fahrspaß von Ford Performance für einen breiten Kundenkreis erlebbar". Dazu passt auch, dass der 2018er-ST von Beginn an als Drei- und Fünftürer erhältlich sein wird. Ob das pure Gefühl des alten Autos durch den vielschichtigeren Charakter des neuen ST aufgeweicht wird, wird sich zeigen. Marktstart ist Anfang 2018. Zu den Preisen gibt Ford noch keine Auskunft.

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