Der Panamera Kombi ist hier

Eigentlich dachten wir, dass jetzt wirklich langsam alle Nischen besetzt wären. Porsche jedoch belehrt uns mal wieder eines Besseren. Begrüßen Sie mit uns den neuen Panamera Sport Turismo, eine Art fünftürigen Panamera Shooting Brake. Oder anders ausgedrückt: Den ersten Kombi in der Geschichte von Porsche. Die Inspiration kommt von der viel diskutierten 2012er SportTurismo-Studie und dass man ziemlich nah an selbiger geblieben ist, ist ein sehr gutes Zeichen. Zumindest unserer Meinung nach ist das hier nämlich ein sehr sehr schönes großes Auto geworden.

Kaum mehr Kofferraum
Natürlich ist der Sport Turismo im Prinzip nichts anderes als ein Panamera mit einem etwas größeren Rucksack auf dem Rücken. Die Ausmaße (5,05 Meter Länge, 1,934 Meter Breite, 1,43 Meter Höhe) sind sogar absolut identisch mit denen der Limousine. Nun könnte man meinen, mit einem zusätzlichen Stockwerk im Heck käme mehr Platz. Stimmt auch irgendwie, das Plus an Raum hält sich aber in Grenzen. Der Panamera Sport Turismo packt 520 Liter in den Kofferraum (425 Liter beim 4 E-Hybrid). Das sind gerade mal 20 Liter mehr als bei der Limousine. Legt man die Sitze um und packt den Sport Turismo voll bis unters Dach, sind es immerhin 50 Liter mehr. Maximal gehen also 1.390 Liter Gepäck in den schönen neuen Panamera-Hintern (1.295 Liter im Falle des 4 E-Hybrid).

Ein halber Platz mehr
Innen erwartet Fahrer und Beifahrer natürlich auch im Sport Turismo die schöne neue Panamera-Cockpit-Welt. Sollten Sie behaupten, das hier wäre der derzeit schönste Auto-Innenraum, täten wir uns eher schwer, Ihnen zu wiedersprechen. Und im Sport Turismo können jetzt noch mehr Menschen davon profitieren, denn als erster Panamera kriegt er drei Plätze im Fond. Na gut, sagen wir zweieinhalb Plätze. Die äußeren Stühle bleiben im Prinzp Einzelsitze, in der Mitte gibt es etwas, das Porsche nicht näher erwähnt. Lediglich von einer 2+1-Konfiguration ist die Rede. Perfekt für Schwiegermütter oder den ungeliebten Nachbars-Bengel. Optional kann man den Sport Turismo aber auch einfach als Viersitzer mit zwei elektrisch einstellbaren Einzelsitzen ordern. Immerhin soll die höhere Dachlinie für einen leichteren Ein- und Ausstieg sowie eine deutliche Verbesserung der Kopffreiheit sorgen.

Schlauer Spoiler
Alle Panamera Sport Turismo kommen serienmäßig mit Porsches PTM-Allradantrieb. Die S-Modelle verfügen zudem serienmäßig über eine Luftfederung. Der größte Partytrick des Kombi-Panamera (abgesehen von seiner Kombi-Form natürlich) ist aber wohl sein adaptiver Dachspoiler. Je nachdem, wie sie gerade so fahren oder in welchem Fahrmodus Sie sich befinden, stellt sich dessen Anstellwinkel in drei verschiedenen Stufen ein. In Zahlen bedeutet das: Bis zu 50 Kilo zusäzlicher Abtrieb an der Hinterachse. Im Normal-Modus steht das Flügelchen bis zu einer Geschwindigkeit von 170 km/h in einem Winkel von minus sieben Grad und soll so zur Verbesserung von Luftwiderstand und Verbrauch beitragen. Ab 170 km/h (oder in den Sport-Modi ab 90 km/h) schießt er auf einen Winkel von plus einem Grad, um Stabilität und Querdynamik zu steigern.

Ab Oktober 2017
Natürlich kriegt auch der Sport Turismo Motoren. Wenig überraschend sind es die gleichen wie im normalen Panamera. Der Einstieg erfolgt mit dem 330-PS-V6, darüber liegen der 462-PS-E-Hybrid, der 4S mit 440 PS, der 4S Diesel mit 422 PS sowie der Turbo mit 550 PS. Zum neuen und ziemlich atemberaubenden Turbo S E-Hybrid mit 680 PS und 850 Newtonmeter äußert sich Porsche bisher noch nicht. Es würde uns jedoch wundern, wenn das neue Topmodell dem Panamera Kombi vorenthalten bliebe. Wenn Sie sich den neuen Panamera Sport Turismo live ansehen wollen, dann sollten sie sich zum Genfer Autosalon (9. bis 19. März) begeben. Der Marktstart erfolgt am 7. Oktober 2017. Die Preise starten bei 97.557 Euro für den Panamera 4 Sport Turismo. Der 4 E-Hybrid liegt bei 112.075 Euro, der 4S bei 120.048 Euro und der 4S Diesel bei 123.975 Euro. Für das vorläufige Spitzenmodell Turbo Sport Turismo werden mindestens 158.604 Euro fällig. Der Große-Klapp-Aufpreis beträgt also je nach Modell zwischen knapp 3.000 und 7.000 Euro.

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