Warum das V12-SUV nur ein Einzelstück blieb

Normalerweise sind Autofirmen vernünftig: Sie befragen das Marketing und ihre Kunden, welche Modelle gerade angesagt sind oder in Zukunft gut ankommen werden. Aber es gibt bei fast jeder Marke auch Ausnahmen: Ideen am Rande des Wahnsinns, die von kreativen Köpfen erdacht werden, es aber nicht in die Serie schaffen. Die Ergebnisse wollen wir hier regelmäßig präsentieren. Teil 1 dreht sich um den BMW X5 Le Mans.

Ein Motor aus dem Rennsport
Auch wenn heutzutage jeder Nobelhersteller gefühlt ein SUV mit exorbitanter Leistung herausbringt und über die Nordschleife des Nürburgrings jagt, liegt das aktuelle PS-Maximum bei den 630 PS des Mercedes-AMG G 65. Dieser Fakt muss vorausgeschickt werden, um den feinen Wahnsinn des BMW X5 Le Mans zu verstehen. Namensgebend war der V12-LMR-Rennwagen, mit dem die Münchener im Jahr 1999 beim 24-Stunden-Rennen siegten. Dessen Motor wurde für den Einsatz im damals brandneuen X5 von 580 auf 700 PS aufgepumpt.

Mit Strietzel Stuck auf der Nordschleife
Indes wollten auch 2.130 Kilogramm dynamisch bewegt werden. Für diese Aufgabe griff kein geringer als Hans-Joachim Stuck zum Hebel der manuellen Sechsgang-Schaltung. Im Juni 2001 beschleunigte er den bis zu 311 km/h schnellen X5 Le Mans zu einer Zeit von 7:49,92 Minuten auf der Nordschleife. Doch trotz aller Fähigkeiten ahnte BMW, dass dieser Wagen zu viel des Guten sein könnte und entschied sich gegen eine Serienfertigung. Inzwischen gibt es einen X5 M, der 575 PS aus einem Biturbo-V8 holt. SUVs mit Zwölfzylinder blieben die Ausnahme: Schon in den 1980er-Jahren hatte Lamborghini den sehr geländegängigen LM002 mit 455-PS-V12 aus dem Countach gebaut, Audi bot von 2008 bis 2012 den Q7 V12 TDI mit 500 PS an. Aktuell im Angebot sind lediglich der eingangs erwähnte Mercedes-AMG G 65 und der Bentley Bentayga W12. Er bringt es auf 608 PS.

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