Le-Mans-Fahrzeug wird zum elektrischen Sportwagen

50 Jahre ist es her, dass der Porsche 910 in der S2.0-Klasse beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans den sechsten Platz erzielte. Der originale 910 wurde 35 mal gebaut und er verfügte über einen 2,0-Liter-Sechszylinder-Boxermotor, der 220 PS leistete. Und das bei einem Leergewicht von lediglich 580 Kilogramm. Der Sammlerwert dieser Fahrzeuge ist mittlerweile enorm und der Hersteller Evex begann bereits in den 70er-Jahren mit einem Nachbau. Doch nach nur vier Exemplaren war Schluss – bis heute. Auftritt Kreisel Electric: Der Elektromobilitäts-Spezialist hat sich jetzt mit Evex zusammengetan und einen sogenannten Evex Porsche 910 vollständig zum E-Supersportwagen umgerüstet – zum Kreisel EVEX 910e.

490 PS und 350 Kilometer Reichweite
Der Umbau des Fahrzeugs startete im August 2016. Jetzt beherbergt der Gitterrohrrahmen mit der darüberliegenden Kunststoff-Karosserie einen 360 kW starken Elektromotor (entspricht knapp 490 PS), der außerdem 770 Newtonmeter Drehmoment entwickelt. Gespeist wird der Antrieb von einem 53-kWh-Akkupack, das dem 910e eine realistische Reichweite von 350 Kilometer bieten soll. Um die Komponenten unterzubringen, musste der Rahmen etwas modifiziert werden, und um die neuen Antriebsteile ausreichend kühlen zu können, wurde die einstige Luft- durch eine Flüssigkeitskühlung ersetzt.

Auf Tempo 100 in 2,5 Sekunden
1.100 Kilogramm bringt der 910e jetzt auf die Waage. Damit ist er fast doppelt so schwer wie das historische Vorbild. In den Fahrleistungen ist das Mehrgewicht aber nicht erkennbar: 0-100 km/h gelingt in 2,5 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit gibt der Hersteller mit mehr als 300 km/h an. Um die atemberaubende Beschleunigung und die Maximalgeschwindigkeit zu ermöglichen, entwickelte Kreisel sogar extra ein automatisiertes Zweigang-Getriebe.

Gute und schlechte Nachrichten
Im Gegensatz zum Original von Porsche verfügt der 910e über eine Straßenzulassung. Sie haben Interesse an einem solchen Fahrzeug? Dann haben wir jetzt eine gute und eine schlechte Nachricht: Die gute Nachricht? Der Wagen wird tatsächlich gebaut. Und zwar in einer streng limitierten Stückzahl. Die schlechte Nachricht? Das erste Elektroauto der Marke Kreisel soll eine Million Euro kosten. Anschauen können Sie sich den elektrischen Boliden aber trotzdem einmal – auf der Techno Classica 2017 (5. bis 9. April) in Essen.

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