PAL-V Liberty bei den Top Marques in Monaco enthüllt

Das erste Flugauto der Welt wird Realität: Der Hersteller PAL-V begann nun mit dem Verkauf seines Fahr-Flugzeugs namens Liberty. Bis eines davon vor der eigenen Hütte landet, muss man sich allerdings noch etwas gedulden. Das geht schon daraus hervor, dass Prinz Albert von Monaco nun keine Serienversion, sondern ein Modell im Maßstab eins zu eins bei den Top Marques 2017 in Monaco (20. bis 23. April 2017) enthüllte.

Dreirad mit Neigetechnik mit 160 km/h Spitze
Auf der Straße ist der Liberty ein zweisitziges Dreirad mit einem Rad vorne und zwei Rädern hinten. Wie ein Carver One oder ein Can-Am Spyder legt es sich automatisch in die Kurve. Für den Antrieb sorgen zwei für die Luftfahrt zertifizierte Benzinmotoren von Rotax. Auf dem Boden liefern sie 100 PS und beschleunigen den Liberty in etwa neun Sekunden auf 100 km/h. Maximal sind 160 km/h möglich, die Reichweite liegt bei stattlichen 1.315 Kilometer.

400 bis 500 Kilometer Reichweite in der Luft
Auf Knopfdruck klappen Rotoren und Leitwerke aus, und der Liberty wird zum Gyrokopter, also zu einem Fluggerät zwischen Hubschrauber und Kleinflugzeug. Die Leistung erhöht sich dann auf 200 PS, die Reisefluggeschwindigkeit liegt bei 140 km/h, die maximale Flughöhe bei 3.500 Meter. Die Reichweite beträgt 400 bis 500 Kilometer. Der im Flugmodus 6,1 mal 2,0 mal 3,2 Meter große Liberty hat einen Rotordurchmesser von knapp elf Meter. Das Leergewicht liegt bei 664 Kilo, die Nutzlast bei 246 Kilo.

Nur eine kurze Rollbahn nötig
Für die Landung reichen 30 Meter, beim Start braucht man allerdings mindestens 180 Meter. Allerdings ist eine Genehmigung nötig, sodass man in der Realität auf existierende Einrichtungen für Ultralight-Flugzeuge, Segelflugplätze und Ähnliches beschränkt ist, so PAL-V. Außerdem braucht der Pilot eine Fluglizenz, für die man laut Hersteller etwa 30 bis 40 Übungsstunden sowie eine gewisse Lernzeit für die theoretische Prüfung einplanen sollte.

Auslieferung erst ab Ende 2018
Die niederländische Firma PAL-V wurde 2007 gegründet, um das seit 1999 entwickelte Konzept des Liberty zu verwirklichen. Zur Finanzierung stützt man sich auf eine Investorengruppe sowie auf eine Unterstützung durch den Staat. Nach erfolgreichen Tests mit Designstudien im Jahr 2009 und 2012 begann PAL-V mit der Entwicklung einer Serienversion. Noch im Jahr 2017 soll die Vorserienproduktion beginnen. Die Auslieferung an Kunden startet dann Ende 2018.

Heftige Preise
Der Preis für den Liberty ist allerdings heftig: In Deutschland wird die gut ausgestattete Einführungsversion Pioneer Edition, von der es weltweit nur 90 Stück geben soll, etwa 594.000 Euro kosten. Danach wird auch die Standardvariante Liberty Sport ausgeliefert, für die rund 356.000 Euro fällig werden. Wer davon nicht abgeschreckt wird, kann sich gegen eine Gebühr von 25.000 Euro einen Liberty Pioneer reservieren lassen, beim Liberty Sport beträgt die Gebühr 10.000 Euro.

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