Diesel-Trickserei mit Getriebesoftware bei Audi A7 und A8

Eigentlich mag man es ja gar nicht mehr hören, lesen oder schreiben. Wir wissen alle längst, dass die Marken des VW-Konzerns (und etliche andere Autohersteller) bei den Dieselabgasen in erheblichem Maße getrickst haben. Neu ist nun aber, dass der deutsche Verkehrsminister Alexander Dobrindt, der die Sache bisher lieber etwas herunterspielte, nun öffentlich von einer illegalen Abschalteinrichtung bei Audi spricht.

Dobrindt widerspricht VW
Wie verschiedene Medien übereinstimmend melden, hat Dobrindt am 31. Mai von der Software erfahren und am nächsten Tag mit VW-Chef Müller über die Sache gesprochen. Der Einsatz von ,zyklusoptimierter" Software in den USA und in Europa wird vom VW-Konzern eingeräumt. Doch bestreitet der Konzern, dass die Änderungen in Europa die Vorschriften verletzt haben. Wenn Dobrindt nun von illegaler Software spricht, widerspricht er damit implizit dem VW-Konzern.

Audi reagiert mit Rückruf
Audi reagiert nun mit einer Pressemitteilung zu dem Thema. Danach will der Hersteller bei der Überprüfung der Getriebesoftware von verschiedenen Modellen selbst ,Auffälligkeiten" festgestellt und sie dem Kraftfahrtbundesamt angezeigt haben. Bei etwa 24.000 Autos der Baureihen A7 und A8 mit V6- und V8-Dieseln mit Euro-5-Einstufung kommt es danach ,in bestimmten Fahrzuständen" zu Überschreitungen des NOx-Grenzwerts um 20 bis 100 Prozent. Diese Autos der Baujahre 2010 bis 2013 werden nun zurückgerufen und die Getriebesoftware korrigiert, so Audi.

Schaltet die Automatik auf dem Prüfstand anders?
Unter welchen Fahrzuständen die erhöhten Emissionen auftreten, teilt Audi nicht mit. Es wird also nicht gesagt, wie oft diese auftreten oder ob etwa alle Fahrzustände gemeint sind, bei denen sich das Auto nicht auf dem Prüfstand befindet. Bei den jetzt eingestandenen Tricksereien wurde Getriebe- und nicht Motorsoftware eingesetzt. Diese Variante ist bereits aus den USA bekannt. Laut Audi wurde ,die Motordrehzahl in manchen Bereichen ungünstig von der Getriebesoftware beeinflusst". Das ist wohl so zu verstehen, dass die Automatik auf dem Prüfstand früher hoch- und später herunterschaltet als auf der Straße, was die Emissionen bei der Prüfung senkt.

Rückruf ab Juli 2017
Der Rückruf soll im Juli 2017 beginnen. In Deutschland sind etwa 14.000 der insgesamt 24.000 Autos betroffen. Da nur eine neue Software aufgespielt wird, beträgt der Zeitbedarf laut Audi lediglich etwa 30 Minuten. Für die entstehenden Unannehmlichkeiten will sich der Hersteller bei seinen Kunden entschuldigen.

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