Gipfeltreffen beim bayerischen Ministerpräsidenten Seehofer

Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer ist in Sorge um die heimische Autoindustrie: Neben der Abgasaffäre bei VW und Tochter Audi steht ein generelles Diesel-Fahrverbot für Großstädte wie München im Raum. Die Folge: Unsicherheit bei den Kunden, aber auch den Mitarbeitern von Audi, BMW und MAN. Deren Vorstandschefs trafen sich nun mit Seehofer, um gemeinsame Maßnahmen zur Luftreinhaltung zu beschließen.

Weniger Emissionen
So sagt BMW-Chef Harald Krüger beispielsweise: ,Es gibt intelligentere Optionen als Fahrverbote." Und so sind die beiden Kernpunkte des bayerischen Auto-Gipfels die Umrüstung älterer Diesel-Pkw durch die Hersteller sowie die Förderung emissionsarmer Mobilität.

Nachrüstung von Euro-5-Dieseln
Das für den Verbraucher wichtigste Thema dürfte die ,Ertüchtigung von Euro-5-Diesel-Pkw durch reine Softwarelösungen" sein, wie es im offiziellen Statement etwas gedrechselt heißt. Würde diese Maßnahme bundesweit und markenübergreifend durchgeführt, könnten sich die Stickstoffoxid-Emissionen der bestehenden Dieselflotte bis 2021 halbieren. Audi und BMW sagen zu, das mindestens 50 Prozent ihrer Euro-5-Dieselflotte ein Niveau erreichen kann, um weiterhin in Städte zu kommen.

Software-Upgrade ohne Aufpreis?
Zu diesem Zweck werden dafür geeignete Euro-5-Diesel per Software-Upgrade modernisiert. Die bayerische Autoindustrie will dafür umgehend die Vorbereitungen starten. Binnen Jahresfrist sollen die Entwicklung der Software und ihre Bereitstellung in den Werkstätten abgeschlossen sein. Die Kosten für die Entwicklung und Zertifizierung der Umrüstung übernehmen die Hersteller, die Umrüstung soll in den Werkstätten zum Selbstkostenpreis angeboten werden. Vorbehaltlich einer bundeseinheitlichen Regelung strebt man eine Kostenneutralität für die Kunden an.

Kaufanreize per Kfz-Steuer
Seitens der bayerischen Staatsregierung möchte man Änderungen in der Kfz-Steuer erarbeiten. In dem seit 2009 geltenden System werden alle Dieselfahrzeuge ab Euro 3 gleichbehandelt. Das soll sich ändern, um Kaufanreize für Fahrzeuge mit sogenannter Euro-6d- und Euro-6d-TEMP-Technik zu schaffen. Ziel ist es, den Anteil von Euro-6-Dieseln bei Audi, BMW und MAN auf rund 50 Prozent zu erhöhen. Parallel wird die Förderung zum Aufbau von mehr Ladestationen für Elektroautos und Plug-in-Hybride aufgestockt, zudem möchte man mehr Erdgas-Tankstellen einrichten. Die gesamten beschlossenen Maßnahmen sollen jährlich überprüft werden, im Jahr 2020 wird über das weitere Vorgehen entschieden.

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