Russischer Hipster-Esel

Ein nicht einmal 3,70 Meter langes, geländegängiges Auto, in dem man hoch sitzt. Und all das zum günstigen Preis. Klingt verdächtig nach einer neuen SUV-Innovation, nicht wahr? Von wegen. Der Wagen, von dem hier die Rede ist, wurde vor 40 Jahren auf den Markt gebracht: der Lada 4x4, einst besser bekannt als Niva. Jetzt gibt es den Klassiker in einer ,Urban"-Version, die Lada allen Ernstes als den ,Hipster" anpreist. Gerät der kernige Russe also in die Fänge von hornbebrillten Soja-Latte-Trinkern mit Dauer-Ironiemodus? Wir haben den 4x4 Urban ausführlich getestet.

Fortschritt aus Sowjetzeiten
Wäre der Lada ein Mensch, würde er vermutlich schon bei der bloßen Erwähnung des Kürzels SUV vor lauter Lachen fast vom Stuhl fallen. Daran hat man in Togliatti anno 1976 nicht mal im Traum gedacht. Höchstens Suff. Nach Feierabend. Oder um den Erfolg des Niva alias 4x4 zu zelebrieren. Schließlich ist dieses Fahrzeug die größte Innovation, welche die sowjetische Autoindustrie je hervorgebracht hat. Indes eine nur maßvoll weiterentwickelte Innovation, wie der Blick auf das Äußere zeigt. Neue lackierte Stoßfänger verkürzen die Länge des 4x4 Urban gegenüber der Normalversion um sechs Zentimeter auf 3,64 Meter. Nur mal zum Vergleich: Ein Opel Karl ist länger.

Perfekte Aussichten
So gesehen passt der Beiname ,Urban" also ideal. Man sitzt hoch auf ziemlich weichen Möbeln und genießt eine fast perfekte Übersicht. Die Motorhaube ist so gerade wie eine Tischtennisplatte und endet in einem rechten...