Neuer Audi RS 5 im ersten Test

Liebe Freunde des gediegenen Hochleistungssports, wetzen Sie innerlich schonmal alle verfügbaren Messer, denn der Kampf der deutschen Premium-Muscle-Cars geht in die nächste Runde. Verantwortlich dafür ist der funkelniegelnagelneue Audi RS 5, Ingolstadts überfällige Antwort auf BMW M4 und Mercedes-AMG C 63 Coupé (der Vorgänger hatte schließlich schon acht Jahre auf dem Buckel). Aber langsam reiten, verehrte Performance-Cowboys, denn im Gegensatz zu den flamboyanten, leicht anabolen und aufwendig fahrwerksgewürzten Kollegen aus München und Stuttgart bevorzugt der neue RS 5 eher den zurückhaltenden Auftritt. Optisch und auch was sein gesamtes Wesen angeht.

Mehr GT als Steroid-Bude
Audi zitiert zwar in jedem zweiten Satz die Verwandtschaft zu seinem 80er-Jahre-Tourenwagen-Monster Audi 90 quattro IMSA GTO, aber in der Realität wirkt das hier fast schon verblüffend seriös für ein ausgewachsenes RS-Modell. 15 Millimeter mehr Blech an den Kotflügeln und ein vergleichsweise dezentes Make-up für Schürzen, Grill und Co. müssen reichen. Außerdem gibt es vertikale Lufteinlässe neben den LED-Scheinwerfern und ebensolche Luftauslässe neben den Rückleuchten. Welche Luft zu welchem Zweck durch selbige hindurchgeleitet wird, ist dem Autor noch nicht so ganz klar. Weniger Verständnisprobleme verursacht das neue Carbondach. Es spart drei Kilo Gewicht, senkt den berühmten Schwerpunkt und kostet 3.500 Euro. Sich selbst oder sein Gepäck um drei Kilo zu erleichtern, ist vermutlich günstiger, sieh...