Audi RS 4 Avant im Test

Ich sage es Ihnen ganz ehrlich: Als enthusiastischer Auto-Autor hatte man es zuletzt alles andere als leicht, wenn man sich einem Fahrzeug mit vier Ringen und RS-Emblem gegenübersah. Klar, so schnell, dass die letzte Mahlzeit jederzeit zur akuten Gefahr für Carbon, Alcantara und Beifahrer werden kann, sind sie alle. Außerdem sind sie auf diese total präzise, qualitative Art wunderschön und begehrenswert. Aber leider war der Spaß jüngst doch arg eindimensional. Er endete, sobald man nach etwas ähnlichem wie Emotion suchte. Oder wenn die Kurve nahte.

Jetzt kommt bestimmt gleich der RS 5 ins Spiel ...
So ist es. Auf besonders dramatische Weise zeigte sich dieses Phänomen beim aktuellen RS 5 Coupé. Das Fahrverhalten pomadig, stumpf, leidenschaftslos und zu allem Überfluss nicht mal gut gedämpft. Der „High-Performance-Gran-Turismo“, der sich als geschmeidig understatelnde Gentleman-Alternative zu den brachialen Dynamik-Zampanos AMG C 63 und BMW M4 sieht, schwappte und krampfte beinahe unbeholfen durch die Gegend, anstatt sauber und akkurat zu federn. Als wäre das nicht genug, schaffte es die völlig unemotionale Leistungsentfaltung seines an sich lächerlich starken Biturbo-V6, dass sich sogar 3,6 Sekunden von 0 auf 100 km/h (gemessen) nicht sonderlich aufregend anfühlten. Kurzum: Ein hochelegantes, knapp 120.000 Euro teures Drama.

Und jetzt kommt der im Prinzip baugleiche RS 4 Avant daher ...
Ich muss gestehen: Besonders groß war meine Erwartungshaltung nicht. Denn technisch gle...