Test Alpine A110

Jean Rédélé wäre hier sicher auch gerne gefahren. Der Mann, der 1955 die Marke Alpine erfand, liebte kleine, enge verwinkelte Bergstraßen mit ein bisschen Schnee und Nässe und Bäh (irgendwo muss der Name Alpine schließlich herkommen). Es mag kalt und rutschig und ein bisschen eklig sein hier oben, irgendwo auf einem schroff und schäbig asphaltierten südfranzösischen Berg, aber mir ist gerade gehörig warm ums Herz. Schuld daran ist die neue A110, die erste Alpine seit mehr als 22 Jahren. Wie sich mein knäpplicher Untersatz hier so den Hügel raufwuselt, neckisch rumorend und alles aufsaugend, was ihm die schaurig beschaffene Fahrbahn entgegenschmeißt, da kann man sich schon mal kurz freuen für diese offenbar sehr durchdacht wiederbelebte französische Sportwagen-Institution. Und man kann sich Gedanken machen, ob die Luft nicht gerade ein gehöriges Stück dünner geworden ist für den Porsche 718 Cayman und den Audi TT.

Ganz klein und alles Alu
Zuerst sollten wir aber schnell die Basics durchkauen. Wobei, eigentlich verraten uns genau diese Basics schon verdammt gut, warum das alles so blendend funktioniert mit der Alpine und dem Spaß. Klar, sie ist eine kleine Schönheit. Dank ausgefuchster Aerodynamik mit flachem Unterboden kastriert kein Spoiler ihren klassischen Leib. Der Schlüssel liegt aber – wie so oft – im Gewicht. Oder besser in der Absenz desjenigen. Die A110 ist nämlich so pur und asketisch wie es irgendwie geht für ein modernes Coupé. Das bedeutet: Sie ist etwa zehnmal s...